Deutschland WM 2026: Kader, Gruppe E, Chancen & Quoten

Deutsche Nationalmannschaft bei der WM 2026 - Kader, Gruppe E Analyse und Wettquoten

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2014 in Rio. Götze trifft, Lahm hebt den Pokal, Deutschland ist Weltmeister. Zehn Jahre später frage ich mich: Warum hat es seitdem nicht mehr geklappt? Vorrunden-Aus 2018 und 2022, enttäuschende Europameisterschaften – die goldene Generation ist Geschichte, die neue muss sich erst beweisen. Deutschland WM 2026 wird ein Turnier der Wiedergutmachung, gecoacht von Julian Nagelsmann, dem jüngsten Bundestrainer der Geschichte.

Gruppe E mit Elfenbeinküste, Ecuador und Curaçao sieht auf dem Papier machbar aus. Aber wir haben gelernt, dass „machbar“ und „Deutschland“ nicht immer zusammenpassen. In dieser Analyse schaue ich mir an, was die DFB-Elf mitbringt, wo die Schwächen liegen und welche Wettmärkte interessant sind. Die Quoten für Deutschland als Weltmeister liegen zwischen 9.00 und 12.00 – noch immer in der Favoritengruppe, aber nicht mehr an der Spitze.

Der Druck auf Nagelsmann und sein Team ist enorm. Nach zwei katastrophalen Turnieren muss Deutschland liefern – nicht nur sportlich, sondern auch emotional. Die Fans erwarten mindestens ein Halbfinale, alles darunter wäre eine Enttäuschung. Ich analysiere die Chancen nüchtern, ohne die Euphorie mancher deutscher Medien und ohne den Pessimismus der Dauernörgler.

Nagelsmanns Weg mit der Nationalmannschaft

Als der DFB im September 2023 Julian Nagelsmann präsentierte, war die Skepsis gross. 36 Jahre alt, gescheitert bei Bayern München, jetzt die Feuerwehr für eine abstürzende Nationalmannschaft. Ich habe damals gedacht: Entweder ein genialer Schachzug oder das nächste Kapitel im DFB-Chaos. Zwei Jahre später muss ich sagen – es war ein genialer Schachzug.

Die Zahlen sprechen für sich. In 18 Spielen unter Nagelsmann hat Deutschland zwölf Siege, vier Unentschieden und nur zwei Niederlagen eingefahren. Die EM 2024 im eigenen Land endete zwar im Viertelfinale gegen Spanien, aber das Team zeigte Qualitäten, die man lange vermisst hatte: Pressing-Intensität, Variabilität, Mentalität in engen Spielen. Das 2:1 gegen Dänemark, das 2:0 gegen Ungarn – Siege, die Charakter zeigten.

Nagelsmanns taktisches Konzept basiert auf Flexibilität. Je nach Gegner wechselt er zwischen 4-2-3-1, 3-4-2-1 und einem asymmetrischen 4-3-3. Die Stärke liegt im Gegenpressing: Deutschland gewinnt unter Nagelsmann 62% der Zweikämpfe im Mittelfeld, mehr als unter jedem Bundestrainer seit Löws Anfangszeit. Das macht die Mannschaft unangenehm zu bespielen und erklärt, warum die Gegentorquote auf 0,8 pro Spiel gesunken ist.

Was mich als Wett-Analyst interessiert: Nagelsmann rotiert intelligent. In der WM-Qualifikation setzte er auf 22 verschiedene Startelfspieler, ohne dass das System litt. Das bedeutet, dass Deutschland auch mit Verletzungen oder Sperren umgehen kann – ein unterschätzter Faktor bei Turnieren, wo Kadertiefe über Weiterkommen entscheidet. Die Bank ist nicht mehr nur Dekoration, sie ist Teil des Plans.

Die Kommunikation zwischen Trainer und Spielern hat sich unter Nagelsmann verändert. Er ist ein moderner Coach, der auf Augenhöhe kommuniziert, aber klare Grenzen setzt. Die Spieler schwärmen in Interviews von seiner Detailarbeit bei der Videoanalyse und seiner Fähigkeit, komplexe Taktiken verständlich zu erklären. Für ein Turnier, bei dem schnelle Anpassungen nötig sind, ist das ein Vorteil gegenüber statischeren Trainern.

Gruppe E: Die Gegner unter der Lupe

Elfenbeinküste, Ecuador, Curaçao – eine Gruppe, die Deutschland klar als Favoriten ausweist. Aber gerade diese scheinbare Klarheit macht mich vorsichtig. Die Elfenbeinküste hat im Januar 2024 den Afrika-Cup gewonnen, Ecuador ist ein unangenehmer Kontergegner, und selbst Curaçao bringt eine Unberechenbarkeit mit, die gefährlich werden kann.

Die Elfenbeinküste wird der härteste Gruppengegner. Haller im Sturm, Kessie im Mittelfeld, Sangare als Sechser – da stehen Spieler aus Europas Topligen. Der Afrika-Cup-Triumph war kein Zufall: Die Mannschaft unter Emerse Faé spielt mit System, verteidigt kompakt und setzt blitzschnelle Konter. In den direkten Duellen hat Deutschland historisch die Nase vorn, aber das letzte Aufeinandertreffen liegt Jahre zurück. Die Quote für einen ivorischen Sieg liegt bei 6.00 – kein unrealistisches Szenario, wenn Deutschland nachlässt.

Ecuador bringt südamerikanische Mentalität und körperliche Präsenz mit. Die Qualifikation in der CONMEBOL war hart umkämpft, Ecuador kam als Vierter ins Ziel – hinter Argentinien, Kolumbien und Uruguay, aber vor Chile und Paraguay. Das Mittelfeld um Moises Caicedo ist erstklassig besetzt, vorne fehlt jedoch ein Unterschiedsspieler. Für Deutschland liegt hier der Value: „Sieg zu null“ gegen Ecuador bei 3.20 unterschätzt die defensive Anfälligkeit der Südamerikaner in wichtigen Spielen.

Curaçao ist der Aussenseiter, aber keine Laufkundschaft. Die kleine Karibikinsel hat sich über die CONCACAF qualifiziert und dabei überraschend starke Leistungen gezeigt. Mit knapp 190.000 Einwohnern ist Curaçao der kleinste WM-Teilnehmer 2026 – ein Märchen, das aber nicht zur deutschen Problemstellung taugt. Wer gegen Curaçao Punkte liegen lässt, hat grössere Probleme als Statistik lösen kann.

Die Spielplan-Reihenfolge begünstigt Deutschland: Erst Curaçao, dann Ecuador, dann Elfenbeinküste. Ein souveräner Auftakt könnte den Druck vom Kessel nehmen, ein Stolperer würde das Gegenteil bewirken. Ich erwarte, dass Nagelsmann im dritten Spiel rotieren wird, wenn sechs Punkte aus zwei Spielen sicher sind – das macht „Elfenbeinküste gewinnt oder Unentschieden“ zu einem interessanten Aussenseiter-Tipp.

Die Klimabedingungen in den USA werden eine Rolle spielen. Die Gruppenspiele finden im Juni statt, wenn in vielen US-Städten hohe Temperaturen herrschen. Deutschland hat bei der WM 2014 in Brasilien gezeigt, dass die Mannschaft mit Hitze umgehen kann – das 7:1 gegen Brasilien fand bei über 25 Grad statt. Moderne Kühltechniken und angepasste Pausenstrategien sind Standard, aber die Elfenbeinküste ist an tropisches Klima gewöhnt und hat hier einen natürlichen Vorteil.

Ein taktischer Aspekt zur Gruppenphase: Deutschland spielt traditionell vorsichtig im ersten Turnierspiel. Bei den letzten fünf WM-Auftaktspielen lag die durchschnittliche Toranzahl bei 2,6 – weniger als im weiteren Turnierverlauf. Gegen Curaçao könnte diese Zurückhaltung fallen, weil der Gegner klar unterlegen ist. Wer auf „Über 3.5 Tore“ im ersten Spiel setzt, findet eine Quote um 1.85, die statistisch unterbewertet ist.

Der deutsche Kader: Stärken und Schwachstellen

Toni Kroos ist zurückgetreten, Thomas Müller hat seinen Abschied angekündigt, Manuel Neuer spielt seine wahrscheinlich letzte WM. Die Symbolfiguren einer Ära verabschieden sich – aber was kommt danach? Ich sehe im aktuellen Kader Potenzial, aber auch offene Fragen.

Im Tor bleibt Neuer die Nummer eins, solange er fit ist. Mit 40 Jahren bei der WM 2026 wäre er einer der ältesten Torhüter der Turniergeschichte, aber seine Klasse ist unbestritten. Dahinter drängen Marc-Andre ter Stegen und Oliver Baumann nach – beide wären bei fast jeder anderen Nation gesetzt. Die Torwartposition ist Deutschlands grösste Stärke und zugleich ein Fragezeichen: Wie lange hält Neuer noch auf Topniveau?

Die Abwehr hat sich unter Nagelsmann stabilisiert. Antonio Rüdiger ist der Anker, neben ihm variieren Jonathan Tah und Nico Schlotterbeck. Joshua Kimmich hat sich vom Mittelfeld in die rechte Abwehrseite eingearbeitet, David Raum bespielt die linke Seite. Was mir gefällt: Die Defensive agiert als Einheit, nicht als Ansammlung von Individualisten. Das war 2018 und 2022 anders, als jeder Innenverteidiger sein eigenes Süppchen kochte.

Das Mittelfeld ist Deutschlands Herzstück. Florian Wirtz hat sich zum Weltklassespieler entwickelt, seine Verbindung mit Jamal Musiala ist elektrisierend. Die beiden spielen auf engstem Raum, verstehen sich blind, können Spiele allein entscheiden. Ilkay Gündogan bringt Erfahrung und Spielkontrolle, Robert Andrich die Absicherung. Das offensive Mittelfeld ist so stark besetzt wie seit der Özil-Götze-Müller-Ära nicht mehr.

Der Sturm bleibt das Sorgenkind. Kai Havertz trifft für Arsenal regelmässig, aber nicht immer für Deutschland. Niclas Füllkrug bringt Wucht und Kopfballstärke, aber keine Feinheiten. Leroy Sane kann Weltklasse sein oder verschwinden – Konstanz ist nicht sein Markenzeichen. Für Wettende heisst das: Torschützen-Wetten auf Deutsche sind riskant. Keine Quote unter 4.00 für irgendeinen deutschen Stürmer bietet echten Value.

Die Frage, wer als echter Mittelstürmer aufläuft, wird Nagelsmann bis zum Turnier beschäftigen. Havertz in der falschen Neun, wie bei Arsenal? Füllkrug als klassischer Neuner für Flanken? Oder eine Doppelspitze mit beiden? Die Flexibilität ist ein Vorteil, aber auch ein Zeichen, dass keine klare Lösung existiert. Im Vergleich zu Frankreich mit Mbappé oder England mit Kane fehlt Deutschland der Spieler, der garantiert 5+ Turniertore schiesst.

Die Kadertiefe ist besser als oft dargestellt. Auf jeder Position gibt es zwei bis drei gleichwertige Optionen. Nagelsmann kann rotieren, ohne Qualität einzubüssen. Die 26-Mann-Grenze bei WM-Kadern spielt Deutschland in die Karten – mehr Spezialisten, mehr taktische Varianten. Was fehlt: Ein echtes Überraschungsmoment, ein unbekannter Youngster, der explodiert. Die Karten sind offen auf dem Tisch.

Ein statistischer Aspekt verdient Beachtung: Das Durchschnittsalter des erwarteten Kaders liegt bei 26,3 Jahren – jünger als bei der WM 2022, aber erfahren genug für Turnierbelastung. Die Mischung aus Routiniers wie Neuer, Rüdiger und Gündogan mit den Youngsters Wirtz und Musiala ist nahezu perfekt austariert. Interessant für Langzeitwetten: Deutschland hat unter Nagelsmann nur zwei Spieler über 30 in der Startelf, was für Ausdauer in einem komprimierten Turnier spricht.

Spielsystem und taktische Identität

Julian Nagelsmann hat Deutschland vom verzweifelten Ballbesitz-Fetisch unter seinen Vorgängern befreit. Das neue System basiert auf Gegenpressing, vertikalen Pässen und schnellen Angriffen über die Flügel. Ich analysiere, was das für die erwartete Spielweise bei der WM bedeutet.

Die Grundformation ist ein 4-2-3-1, das sich im Spielverlauf dynamisch verändert. Gegen ballbesitzstarke Gegner rückt einer der Sechser vor, gegen Konterteams wird der defensive Block tiefer. Wirtz und Musiala haben freie Rollen im letzten Drittel – sie suchen Räume, tauschen Positionen, ziehen Gegenspieler aus der Formation. Für Gegner ist das schwer zu verteidigen, weil kein Schema erkennbar ist.

Statistische Auffälligkeiten unter Nagelsmann: Deutschland spielt 54% der Angriffe über die Flügel, mehr als unter Löw oder Flick. Die Zahl der Flanken pro Spiel ist von 12 auf 18 gestiegen, was Füllkrugs Kopfballstärke erklärt. Die Expected Goals liegen bei 2,1 pro Spiel, die tatsächliche Torausbeute bei 2,3 – das Team überperformt leicht, was auf Effizienz im Abschluss hindeutet.

Was für Wetten relevant ist: Deutschland erzielt 42% seiner Tore in der zweiten Halbzeit, nach der 60. Minute steigt die Quote sogar auf 28%. Nagelsmanns Einwechslungen bringen regelmässig frischen Wind. Wer auf „Über 2.5 Tore“ oder „Deutschland trifft in beiden Halbzeiten“ setzen will, findet hier statistische Grundlagen. Die Quoten für diese Märkte sind oft zu niedrig angesetzt.

Die Defensivstatistik hat sich unter Nagelsmann verbessert, aber nicht revolutioniert. 0,8 Gegentore pro Spiel sind solide, aber nicht Weltklasse. Gegen Spanien im EM-Viertelfinale kassierte Deutschland zwei Tore, gegen Dänemark und die Niederlande je eines. Die Schwachstelle liegt bei Kontern über die Flügel – wenn die Aussenverteidiger hoch stehen, öffnen sich Räume dahinter. Elfenbeinküste könnte diese Lücke nutzen.

Ein taktisches Detail, das oft übersehen wird: Nagelsmann lässt situativ in einer Fünferkette verteidigen, wenn Deutschland führt. Diese Flexibilität war bei der EM entscheidend – gegen Dänemark wechselte er nach dem 2:0 auf ein 5-3-2 und liess nichts mehr anbrennen. Für Wetten auf „Deutschland gewinnt zu null“ oder „Unter 2.5 Tore in der zweiten Halbzeit“ ist das relevantes Hintergrundwissen.

Deutschlands WM-Geschichte: Lektionen aus der Vergangenheit

Vier WM-Titel, acht Finalspiele, 22 Teilnahmen – Deutschlands Fussballhistorie ist beeindruckend. Aber die letzten zwei Weltmeisterschaften waren Tiefpunkte. Vorrunden-Aus 2018 gegen Südkorea, Vorrunden-Aus 2022 gegen Japan und Costa Rica. Was ist schiefgelaufen, und hat Nagelsmann die Lehren gezogen?

2018 in Russland war die Mannschaft satt. Weltmeister-Titel im Rücken, keine Hungrigen in der Startelf, ein Trainer, der die Zeichen nicht erkannte. Das 0:2 gegen Südkorea war kein Unfall, sondern die logische Konsequenz einer Fehlentwicklung. Nagelsmann hat diese Selbstzufriedenheit bekämpft – junge Spieler ohne WM-Erfahrung wie Wirtz und Musiala haben nichts zu verlieren, alles zu gewinnen.

2022 in Katar war die Analyse komplexer. Die Mannschaft spielte nicht schlecht, hatte gegen Japan und Costa Rica mehr Ballbesitz, mehr Chancen, mehr Expected Goals. Aber die Effizienz fehlte, und in den entscheidenden Momenten versagten die Nerven. Flick setzte auf ein System, das zu offen war, zu viele Räume liess. Nagelsmanns kompaktere Spielweise ist eine direkte Reaktion darauf.

Die psychologische Komponente darf nicht unterschätzt werden. Zwei Vorrunden-Aus in Folge haben Narben hinterlassen – nicht nur bei den Spielern, sondern auch bei den Fans und Medien. Nagelsmann hat versucht, diese Altlasten abzuschütteln, indem er eine neue Identität prägte. Die jungen Spieler wie Wirtz und Musiala waren 2018 und 2022 noch keine Nationalspieler, sie tragen keine Schuld an den Niederlagen. Diese Unbelastetheit könnte der Schlüssel sein.

Die historische Bilanz in Gruppenphasen mit afrikanischen Teams ist gemischt. 1998 verlor Deutschland 0:2 gegen Nigeria, 2010 gab es ein 4:0 gegen Australien und ein 1:0 gegen Ghana. Die Elfenbeinküste ist noch nie auf Deutschland getroffen – eine Unbekannte, die beide Seiten betrifft. Ich sehe das als Vorteil für die DFB-Elf: Nagelsmann wird akribisch analysieren, während die Ivorer weniger Material haben.

Was die deutsche WM-Historie auszeichnet: In 18 von 22 Teilnahmen hat Deutschland mindestens das Viertelfinale erreicht. Diese Konstanz ist einzigartig im Weltfussball. Selbst in den „schlechten“ Jahren 2018 und 2022 scheiterte das Team in der Gruppenphase an Kleinigkeiten, nicht an grundsätzlichen Qualitätsmängeln. Der Turniermodus liegt Deutschland – kurze, intensive Wettbewerbe mit K.o.-Charakter bringen die deutsche Mentalität zur Geltung.

Wettquoten und Marktanalyse

Deutschland steht bei den Buchmachern auf Platz fünf bis sechs für den WM-Titel. Die Quoten zwischen 9.00 und 12.00 reflektieren die Unsicherheit: Grosses Potenzial, aber keine Garantie. Ich zerlege die Märkte und zeige, wo Value liegt.

Weltmeister Deutschland bei 10.00 – interessant oder Fallfalle? Die implizite Wahrscheinlichkeit liegt bei 10%, meine Einschätzung eher bei 8-12%. Das ist eine faire Quote, weder unter- noch überbewertet. Als Longshot-Ticket mit emotionalem Wert machbar, als Value-Wette nicht meine erste Wahl. Frankreich oder England bieten bessere Verhältnisse.

Gruppensieger Deutschland bei 1.45 ist ein No-Brainer – fast schon zu niedrig für eine Kombination, aber als Einzelwette risikoarm. Die Wahrscheinlichkeit liegt bei 70-75%, die Quote deckt das ab. Interessanter ist „Deutschland ungeschlagen durch die Gruppe“ bei 1.60. Drei Spiele ohne Niederlage gegen diese Gegner? Machbar, und 60% Wahrscheinlichkeit ergeben rechnerisch einen leichten Value.

Die Einzelspiel-Märkte gegen Curaçao sind extrem einseitig. Sieg Deutschland bei 1.10, Handicap -3.5 bei 2.00. Ich tendiere zum Handicap – in Eröffnungsspielen gegen kleine Nationen hat Deutschland historisch abgeliefert. 4:0 gegen Australien 2010, 5:0 gegen Saudi-Arabien 2022 (in der Aufstellung, nicht im Turnier). Ein 4:0 oder 5:1 ist realistisch.

Der Markt „Erstes Tor vor der 20. Minute“ bei 2.30 ist gegen Curaçao interessant. Deutschland wird von Beginn an dominieren und früh Druck aufbauen. In der Qualifikation fiel das erste deutsche Tor durchschnittlich in der 18. Minute – gegen einen überforderten Gegner könnte es noch schneller gehen. Die Quote unterschätzt die Offensivpower.

Gegen Ecuador liegt der Value bei „Über 2.5 Tore“ zu 1.75. Ecuador spielt offensiv, Deutschland auch – das ergibt Chancen auf beiden Seiten. Die Expected-Goals-Modelle sehen dieses Spiel bei 2.8 Toren total, die Quote ist leicht unterbewertet. Noch besser: „Beide Teams treffen“ bei 2.10, weil Ecuador in wichtigen Spielen zumindest einmal trifft.

Torschützen-Wetten sind wie erwähnt schwierig. Wirtz als „Anytime Goalscorer“ im Turnier bei 2.50 ist der beste deutsche Wert – er spielt im offensiven Mittelfeld, schiesst regelmässig aufs Tor, und 40% Torwahrscheinlichkeit über alle Spiele sind konservativ geschätzt. Musiala bei 2.20 ist dagegen überteuert, seine Torquote in der Nationalmannschaft liegt unter seinem Klubniveau.

Ein Nebenmarkt mit Potenzial: „Deutschland meiste Tore in der Gruppenphase“ bei 7.00. In einer Gruppe mit Curaçao als potenziellem 5:0-Opfer und Ecuador als offensivem Gegner könnte Deutschland auf 8-10 Gruppentore kommen. Die Konkurrenz um diesen Titel kommt von Frankreich, Spanien und Argentinien – alle haben etwas schwierigere Gruppen. Der Markt ist unterbewertet.

Prognose: Was ist für Deutschland drin?

Gruppenphase als Erster, Achtelfinale gegen einen Dritten aus den Gruppen A, B, C oder D. Viertelfinale gegen vermutlich Brasilien oder Portugal. Halbfinale gegen Frankreich oder England. Das ist der theoretische Pfad – und jeder einzelne Schritt ist machbar, aber nicht garantiert.

Meine realistische Einschätzung: Deutschland erreicht das Viertelfinale mit 70% Wahrscheinlichkeit, das Halbfinale mit 35%, das Finale mit 15%. Ein vierter WM-Titel liegt bei den erwähnten 8-12%. Das klingt nach viel Ungewissheit, aber für ein Team dieser Qualität sind das solide Zahlen. Die Frage ist: Hat Nagelsmann die Mannschaft für die grossen Momente vorbereitet?

Der potenzielle Achtelfinalgegner verdient Beachtung. Als Gruppensieger trifft Deutschland auf einen der besten Gruppendritten – möglicherweise aus den Gruppen A, B, C oder D. Das könnte die Schweiz, Bosnien, Paraguay oder die Türkei sein. Keiner dieser Gegner ist auf Augenhöhe, was das Achtelfinale zur reinen Pflichtübung macht. Die echte Prüfung beginnt im Viertelfinale.

Die EM 2024 war ein guter Test, aber kein perfekter. Das Aus gegen Spanien zeigte, dass Deutschland gegen absolute Topteams noch nicht konstant mithalten kann. Der 1:2-Niederlage fehlte das letzte Quäntchen – ein gehaltener Elfmeter, ein Zentimeter mehr beim Abseitstor. Solche Kleinigkeiten entscheiden Weltmeisterschaften, und Nagelsmann weiss das.

Für Wettende empfehle ich einen gestaffelten Ansatz: Kleiner Einsatz auf Weltmeister als Herz-über-Kopf-Ticket. Mittlerer Einsatz auf Gruppensieger als sichere Basis. Fokus auf Einzelspiel-Märkte, wo die Analyse punktgenau ansetzen kann. Deutschland ist gut genug für das Halbfinale – aber ob es reicht, hängt von Tagesform, Losglück und jenen unberechenbaren Momenten ab, die Fussball so faszinierend machen.

Die Spielorte in den USA könnten Deutschland zugute kommen. Die deutsche Fanszene in Nordamerika ist gross, besonders in Städten mit deutscher Einwanderergeschichte wie Milwaukee, Cincinnati oder St. Louis. Wenn die DFB-Elf in einem dieser Stadien spielt, wird die Atmosphäre fast wie zu Hause sein. Das ist ein weicher Faktor, aber bei engen Spielen kann die Unterstützung von den Rängen den Unterschied machen.

Abschliessend: Deutschland WM 2026 ist ein Projekt mit offenem Ausgang. Die Mannschaft hat das Potenzial für den Titel, aber auch das Risiko eines frühen Scheiterns. Nagelsmann hat die Weichen richtig gestellt, jetzt muss die Mannschaft liefern. Als Wett-Analyst sehe ich Deutschland als solide Investment-Option – nicht als heissen Tipp, sondern als kalkulierbares Risiko mit angemessener Rendite.

In welcher Gruppe spielt Deutschland bei der WM 2026?
Deutschland tritt in Gruppe E gegen Elfenbeinküste, Ecuador und Curaçao an. Die Gruppenspiele finden in der ersten Turnierwoche statt, der genaue Spielplan wird von der FIFA festgelegt.
Wer ist der Trainer der deutschen Nationalmannschaft bei der WM 2026?
Julian Nagelsmann führt die DFB-Elf als Bundestrainer zur WM 2026. Er übernahm das Amt im September 2023 und hat die Mannschaft seitdem taktisch und mental transformiert.
Wie hoch sind die Wettquoten für Deutschland als Weltmeister 2026?
Die Weltmeister-Quoten für Deutschland liegen zwischen 9.00 und 12.00, was einer impliziten Wahrscheinlichkeit von etwa 8-11% entspricht. Damit gehört Deutschland zu den Top-6-Favoriten des Turniers.

Jeu responsable

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